Keine Bewegung

Die Occupy-Bewegung in Deutschland ist ein Feind

von Jörg Finkenberger

Die globale Bewegung, die sich von der amerikanischen Kampagne „Occupy Wall Street“ inspirieren lässt, zeigt sehr eindrucksvoll, warum die Welt so beschissen ist, wie sie ist: die Opposition ist nämlich im besten Fall zu schwach, im schlimmsten Fall noch viel beschissener.

Insbesondere bei den Herren Deutschen. Wer hätte es gedacht? Hier nimmt eine Bewegung gegen die Banken sofort noch einmal ganz andere Formen an als in den USA, wo die Banken immerhin massenhafte Zwangsevictionen von Hypothekenschuldnern betreiben (und damit den Grundstücksmarkt erst recht zerstören). Hier bewegt sich gleich von Anfang an nur der irre Rand, angefangen von Attac-Aktivisten unter Einschluss aller derer, die noch schlimmer sind.

Hier ist Linksruck schon längst als aktivste Bewegung von Irren abgelöst worden durch das Zeitgeist-Movement. Hier hat sich aus einer Szene von Verschwörungstheoretikern bereits ein drittes Lager von Antisemiten etabliert, neben den Nationalsozialisten und den antiimperialistischen Linken.

Und dieses Lager ist rabiat geworden. Sie haben keine Scheu vor fysischer Gewalt mehr. Sie sind längt über die Fase der Nörgelei in Nebenzimmern hinaus, und stehen vor dem unmittelbaren Ansetzen dazu, zur Praxis überzugehen.

Es genügt für den Charakter dieser Bewegung vollkommen, sich genau zwei Plakate, die dbaie mitgeführt wurden, anzusehen. Und man werfe mir nicht ein, zwei Plakate seien für hunderte Demonstranten nicht repräsentativ. Dass diese Plakate überhaupt geduldet wurde, beweist schon alles.

Auf einem Plakat ist der Satz zu lesen: „Eine Welt ohne 1% ist nötig!“ Auf dem anderen steht zu lesen: „Zeit für einen Laternenumzug!“, und auf dem Bild dahinter sind die Leichen von Menschen zu sehen, die an den Händen gefesselt an Strassenlaternen erhängt worden waren.

Es kann hier überhaupt kein Widerspruch geduldet werden. Wer ein solches Foto so verwendet, heisst das Geschehen, das es abbildet, gut. Wessen Leichen es sind, die zu sehen sind, wer ihre Mörder sind und aus welchem Grund sie getötet wurden, erkennt der Betrachter nicht, und der Urheber des Plakats weiss es womöglich auch nicht. Die Gleichgültigkeit gegen das, was tatsächlich abgebildet wird, lässt tief blicken: es geht darum, zu töten. Schon der Grund dafür ist nebensächlich. Die Bewältigung der Krise schreit nach Mord. Und das zuerst zitierte Plakat sekundiert: 1% muss weg, eine völlig willkürliche Zahl, so willkürlich wie die Identität der Gestorbenen, deren hängende Leichen deutschen Demonstranten zur Bebilderung ihres Anliegens dienen müssen.

Es hat viel Scheisse gegeben in den Sozialbewegungen der letzten 10 Jahre in diesem Land. Hier hat es eine neue Qualität erreicht. Nach Mord um des Mordes willen ist öffentlich bisher nicht gerufen worden. Damit ist eine rote Linie überschritten worden. Eine Bewegung, die so etwas auch nur zulässt, ist eine Bewegung gegen die Humanität. Dagegen mit jedem tunlichen Mittel einzuschreiten wird zur unmittelbaren Pflicht. Wir sehen, zum ersten Mal, mit unseren Augen, was wir bisher nur geahnt haben: die Umrisse der nächsten Katastrofe. Vielleicht muss man Antifa neu definieren.

Bilder zu sehen unter:
http://reflexion.blogsport.de/2011/10/17/die-maersche-der-demokraten/

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2 Gedanken zu “Keine Bewegung

  1. merkwürdiger aufruf. ich kann an der occupy bewegung kein überschreiten einer roten linie entdecken. diese leute haben auch vor den „bankenprotesten“ ihre ansichten kund getan, nur hatten sie dafür keine mediale aufmerksamkeit. wen überrascht es, dass deutsche antikapitalisten, explizit oder implizit, zum mord aufrufen? das ist das normalste von der welt. eine kommende katastrophe zeigt sich nicht an der occupy-bewegung, denn diese ist nur die spitze eines eisberges, den es in der form schon immer gegeben hat, seit dem es das postnazistische deutschland gibt. die katastrophe kündigt sich in der krisenrhetorik deutscher politiker und des „mannes auf der straße“ an. ich habe keine angst vor esoterikern, die sich auf dem alexanderplatz zum affen machen. ich habe angst vor den deutschen, die sich im angesicht einer zusammenbruchskrise daran machen, eine volksgemeinschaft zu installieren. und das wird ja die große mehrheit sein. antifa kann also in keinem fall heißen, sich an dem allgemeinen panoptikum um die occupy-bewegung zu beteiligen, sondern das, was frau merkel dazu sagt, in einen geschichtlichen kontext zu stellen und materialistisch zu kritisieren. antifa muss nicht reaktualisiert oder rekonzeptualisiert werden, antifa ist und bleibt antideutsch seit dem 20.januar 1942 und wird es bleiben bis zur beendigung von deutschland, und nicht bis zur beendigung der occuy-bewegung.

  2. reaktualisieren? rekonzepualisieren? wovon redest du? „antifa ist und bleibt antideutsch seit dem 20.januar 1942“ ist ein bekenntnis einer schönen seele. der rest deines kommentars heisst: das weiss man doch längst. das ist gut und ehrenwert, das zu wissen, aber warum schreibst du dann einen kommentar? wer es darauf anlegt, langfristig alles ohnhin schon gewusst zu haben, braucht sich tatsächlich nicht kurzfristig vom grossen thier agitieren lassen.

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