Herbstoffensive des Büros für Mentale Randale.

„Wo liegt Frankreich?“ fragte vor kurzem die Neue Züricher Zeitung: „Gehört es heute eigentlich zum stabilitätsorientierten Norden oder zum kranken Süden Europas?“ Das sind so Fragen. Nachdem ein idealistischer junger Mann, der mit anderen die Aufstauung eines Flüßchens verhindern wollte, von einer Polizeigranate getötet wurde, brachen in Frankreich über einige Wochen hinweg Krawalle aus, als ob Nanterre ein kleiner Stadtteil von Athen wäre. Das spricht für Süden!

Aber wo liegt dann Belgien, wo man teilweise auch französisch spricht? Die Hafenarbeiter von Antwerpen stimmten mit der Barrikade ab und legten sich aus Anlaß ihres Streiks ein wenig mit der belgischen Polizei an, wie es eigentlich kaum griechischen, sicher aber keinen nordischen Arbeitern erlaubt sein sollte. Tendenz also: Süden.

Bleibt Deutschland, das evil empire des stabilitätsorientierten Nordens und siehe da, die zyklischen Aktionen der Lokführer zeigten einmal mehr, dass auch hier ein latentes Bewußtsein dafür existiert, dass man den Lauf der Dinge ankratzen kann. Natürlich blieb der angekündigte „Mega-Streik“ (Bild) bzw. „Giga-Streik“ (Bild) aus und es blieb beim „gefühltem Dauerstreik“ (Stern): Die Bahn hat noch Beamte und niemals standen alle Räder still; außerdem besaßen die Lokführer die Geschmacklosigkeit, ausgerechnet am 9.November wieder normal zu arbeiten, obwohl das doch ein Feiertag ist. Aber neben dem, dass einige Züge wirklich nicht fuhren, erinnerte die Presse des ganzen Landes an das strategische Potential rebellischer Produzenten, selbst wenn sie eine Minderheit sind: „Deutschlands dümmste Gewerkschaft“ (Spiegel), die Truppe des nach Bild „Größen-Bahnsinnigen“ GDL-Chefs Claus Weselsky, diese „kleine schlagkräftige Gewerkschaft“ (FAZ) kann doch quasi die „Gesellschaft in Geiselhaft“ (Süddeutsche) nehmen oder wenigstens „einen Großteil der Gesellschaft lahmlegen“, „obwohl es verhältnismäßig wenige Lokführer gibt.“ (Zeit) Recht haben sie!

Womit wir wieder in Antwerpen wären, wo Mitte Dezember wieder gestreikt werden soll. Dort kommt bekanntlich ein guter Teil der container an, in denen all die Güter sind, die wir so brauchen und die – man ahnt es – im Streikfall nicht so richtig rechtzeitig ankommen könnten – und das, obwohl wir doch just in time produzieren und liefern.

Chaos droht also von allen Seiten. Und das Schöne dabei ist nach Wirtschaftswoche: „Es ist keine Kunst, für Chaos zu sorgen. Das kann jeder. Aber offenbar fühlt es sich für manche total geil an, für Chaos verantwortlich zu sein.“ Womit sich der Kreis schließt: Die latenten Feten der Autonomen in Frankreich und ihr pure Gewaltgeilheit – Kann am Ende eine kleine Minderheit von schlagkräftigen Jugendlichen eine ganze Jugend verderben? Die Bourgeoisie und ihre Blätter träumen schon davon.

In ihrer Herbstoffensive hat das Büro für mentale Randale diese Ereignisse begleitet:

Flugschrift

Zwei Mal riot gay porn:

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