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Eine Angelegenheit, zwei Aspekte

Paul Manafort, Trump-Berater und Wahlkampfleiter mit Kontakten zu Putin,
ist offenbar in Polizeigewahrsam. Gegen ihn wird in der Angelegenheit russischer Einflussnahme auf die US-Wahlen ermittelt, und

he received more than $12 million in undisclosed payments from Viktor F. Yanukovych, the former Ukrainian president and a pro-Russia politician. Mr. Manafort spent years as a political consultant for Mr. Yanukovych.

Derselbe Manafort von Black Manafort Stone. Stone übrigens wie Roger Stone, über den es neuerdings eine Doku gibt, die wahrscheinlich sehr schmeichelhaft ist, weil er ihren Namen für seinen Twitter-Fake-Account genommen hat. Den er jetzt nutzt, weil er geschafft hat, von Twitter zu fliegen.

Der zwielichtige Manafort aber ist natürlich von Barzani angeheuert worden, um in Washington für das Unabhängigkeitsreferendum zu werben. Dummheit oder Pech? Muss man sich wundern, dass die irakisch-kurdische Autonomiebehörde in 5 Tagen 40% ihres Gebiets verliert bis zu ihrer völligen Abschneidung vom äusseren Handel? Und zwar ohne dass die USA, so great again sie jetzt ist, einen Finger gerührt hätte.

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Infowars.com

Vor zehn Jahren hatten wir hier zuerst mit Leuten zu tun, deren Catchword „Infokrieg“ war. Das waren, wenn man so sagen kann, unabhängige Antisemiten. 9/11-Truthers und alles. Am Anfang des Grossen Thieres hatte wir unter genau diesen Leuten

ein drittes Lager von Antisemiten … neben den Nationalsozialisten und den antiimperialistischen Linken

ausgemacht. Was man damals nicht wusste, weiss man heute. Zum Überfluss. Dieser Partei ist es gelungen, einen Kandidaten zum US-Präsidenten wählen zu lassen.

Ist es jetzt zu früh, die Worte von Joseph Roth zu zitieren? „Es ist gelungen, die Barbarei
regieren zu lassen. Machen Sie sich keine Illusionen. Die Hölle regiert.“ Zu früh? Kann ja sein. Als Roth es sagte, war es zu spät.

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„…the craziest son of a bitch in the race“

Überraschende Einsicht von einem, der es wissen muss und komischerweise auch weiss:

„All this time,“ Massie explained, „I thought they were voting for libertarian Republicans. But after some soul searching I realized when they voted for Rand and Ron and me in these primaries, they weren’t voting for libertarian ideas — they were voting for the craziest son of a bitch in the race. And Donald Trump won best in class, as we had up until he came along.“

Anzuwenden auf die meisten dieser Wahlen?

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Halle: Offener Brief Oury Jalloh

Offener Brief mehrer Gruppen aus Halle wegen der skandalösen Einstellung der Ermittlungen im Fall Oury Jalloh:

wir … fordern … die Wiedereröffnung des Ermittlungsverfahrens im Todesfall Oury Jalloh. Am 7. Januar 2005 ist Oury Jalloh in der Zelle Nr. 5 der Dessauer Polizeistation verbrannt. Zwölf Jahre später wurden die Ermittlungen in diesem Fall an die Staatsanwaltschaft Halle übertragen. Zwölf Jahre, in denen die Ermittlungen in Dessau verschleppt wurden, Polizisten absichtlich Gerichtsprozesse torpedierten und die Proteste laufend kriminalisiert wurden. Selbst der damalige Vorsitzende Richter Manfred Steinhoff sagte 2008 über den Prozess gegen die beschuldigten Polizeibeamten: „Dieses Verfahren ist gescheitert. Das, was hier geboten wurde, war kein Rechtsstaat mehr …

Der offene Brief kann auf der verlinkten Seite unterzeichnet werden!

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Neues Heft

Gerüchteweise hört man, dass bald ein neues Heft in Druck gehen könnte! Freuen Sie sich schon?
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Grosse Thier-Autoren tragen vor n+1: Freiburg, 26.10.

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Oktober 1917: Zur Staatswerdung einer Revolution

Die sagenumwobene Oktoberrevolution in Russland gilt immer noch – wohl neben der Großen Französischen – als eines der Beispiele für eine gewaltige Erschütterung der Herrschaft durch die Massen, die eine Ära der Emanzipation der ganzen Menschheit hätte einleiten sollen. Die in und durch die bolschewistische Partei organisierten Massen fegten den maroden absolutistischen Staat hinweg und verhinderten im selben Zug die Etablierung einer bürgerlichen Gesellschaft auf dem Territorium des ehemaligen Zarenreiches, indem sie sich – trotz Marxens Einsichten – sofort an die Errichtung des Kommunismus in einer vorwiegend bäuerlichen Gesellschaft machten. Weil sich der Marxismus-Leninismus paradoxerweise praktisch „bewahrheitete“, sprich: seine Herrschaft politisch durchsetzen und sichern konnte, gilt nach wie vor vielen Menschen auf der Welt auch sein kruder theoretischer Inhalt als die ultimative Anleitung zur kommunistischen Revolution schlechthin – und das nicht nur in den agrarisch geprägten Gegenden der sog. „Dritten“, sondern auch in der „Ersten Welt“. Dabei musste er viele erbitterte theoretische Kämpfe nicht nur gegen erklärte Feinde, sondern auch gegen seine Mitstreiter und innere Opposition führen, bis er sich an die körperliche Liquidation seiner eigenen Träger machte.

Wann diese Revolution zu Ende gegangen ist, ist unter ihren Freunden und Feinden umstritten. Vielleicht erst 1991. Vielleicht mit dem Aufstieg Stalins zur Macht. Vielleicht aber bereits mit der Niederschlagung des Kronstadter Aufstands 1921. Auch über die Absichten bolschewistischer Anführer kann man sich streiten. Ihre proklamierte Staatstreue vermochte jedoch keinen revolutionären Staat zu konstruieren: Mit der Staatswerdung der Emanzipation erledigt sich die letztere. Man munkelt aber, nach der „bürgerlichen“ und „bolschewistischen“ Revolution habe es eine dritte gegeben, die in der Geschichtsschreibung der Freunde und Feinde der Oktoberrevolution so gut wie nicht mehr vorkommt.

Es spricht Ndejra, Mitherausgeber des Weltschmerzmagazins Das Grosse Thier. Er lebt und arbeitet in Leipzig.

Um 20 Uhr in der Laterna Magika, Günterstalstr. 37

Im Rahmen des Jour Fixe des ISF Freiburg.