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27. Januar Bamberg: Gedenken Porajmos

Von Alle Bleiben:

10h: Dui Rroma – Das Leben von Hugo Höllenreiner. Filmvorführung mit der Regisseurin Jovanka Gaspar und dem Komponisten Adrian Gaspar
in: Harmonie (Grüner Saal, Bamberg, Schillerplatz)

Der Sinto Hugo Höllenreiner wurde mit 9 Jahren zusammen mit seiner ganzen Familie aus München nach Auschwitz verschleppt. Von dort kam er nach Ravensbrück, Mauthausen und schließlich nach Bergen-Belsen, wo er von den Engländern befreit wurde. Hugo war eines der vielen Opfer des KZ-Arztes Mengele in Auschwitz.
Der mit dem Fernsehpreis der Erwachsenenbildung ausgezeichnete Dokumentarfilm „Dui Rroma“ erzählt die Geschichte Hugo Höllenreiners. Seine traumatischen Erfahrungen gab Höllenreiner an den Komponisten Adrian Gaspar weiter. In Rumänien geboren, lebt der junge Rom und Musiker heute in Wien. Aus den Gesprächen zwischen dem Sinto Höllenreiner und dem Rom Gaspar entstand Gaspars erstes symphonisches Werk für Orchester, Chor und Bass: die Symphonia Romani.

14h: Gedenkveranstaltung am Mahnmal für die Opfer des Naziregimes (Ort: Bamberg, Mahnmal Untere Brücke)
Diskriminierung, Verfolgung, Ermordung.
Der nationalsozialistische Genozid an den Sinti und Roma.
Es sprechen: Kenan Emini (Roma Center Göttingen)
Porajmos – der Genozid an den Sinti und Roma 1933 – 1945 und Diskriminierungen und Ausgrenzungen bis heute
Günter Pierdzig (VVN/BdA Bamberg):
Bamberger Sinti und Roma: Opfer des Nationalsozialismus
Musikalische Umrahmung: Werner Lutz (Erlangen)

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Bini Adamczak über Revolutionen, Niederlagen, Beziehungen und Kräfteverhältnisse

Aus dem äußerst lesenswertem Interview von kritisch-lesen mit Bini Adamczak, in dem es um alles Mögliche und alles Wichtige geht:

„Hier, ich lebe ja leider hauptsächlich in Deutschland, herrscht die Wahrnehmung vor, dass Umsturz oder radikale Veränderung der Gesellschaft oder eben Revolution eher von rechts besetzt sind. Ich erlebe, dass Linke oder auch Liberale eher damit beschäftigt sind, Wälle aufzurichten, um die rechten Angriffe auf diese Ordnung abzuwehren. Ein großer Teil der Linken in Deutschland ist von einer spezifisch deutschen Melancholie gezeichnet, die meint, dass sich nichts ausrichten lässt gegen die Obrigkeit oder dass die Masse ohnehin nach rechts tendiert. Das ist oft eine Atmosphäre in den Räumen, in denen ich diskutiere. Wir müssen fragen, ob dieses Gefühl den wirklichen Kräfteverhältnissen gegenüber angemessen ist – und wie sinnvoll diese spontane Ideologie der Verteidigung der bestehenden Zustände gegen den Angriff von rechts eigentlich ist„.

Der Rest findet sich hier.