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Ein Vorschlag zur Güte: Ukraine without BS

von Seepferd

Es ist der werten Leserschaft vielleicht aufgefallen, dass wir seit einiger Zeit nichts mehr zur Ukraine schreiben bzw. übersetzen. Das hat mehrere Gründe. Zum einen, ist es ganz einfach der Mangel an Zeit und Kraft; zum anderen kommt uns seltener was unter die Augen, was einer Veröffentlichung wert wäre. Es passiert dort natürlich die ganze Zeit was, jedoch wirklich „neu“ ist das nicht. Es ist eher eine Entfaltung dessen, was wir irgendwann mal im Frühling 2014 als „vorläufig“ und als damals schon „verspätet“ zusammenfassten.

Doch das Interesse des Publikums scheint immens zu sein. Redet man vor Leuten über klerikal-faschistische Tendenzen in Russland oder soziale Proteste in Belarus, kommt es früher oder später doch noch zu Fragen wie „Kämpfen da nicht die Nazis auf der ukrainischen Seite?“ oder „Was ist eigentlich aus den Linken geworden, die mit Nazis zusammen den Maidan unterstützt hatten?“ Ja, die Fragen sind tatsächlich spannend. Will man es tatsächlich wissen, oder tut man nur so? Die Antifa-Recherche versagt bekanntlich nie. Es ist wie mit vermeintlichen Nazi-Dönern irgendwo im Berliner Weitlingkiez, die angeblich 8,88€ kosten, weil`s halt Nazi-Döner seien.

Nun, was ist eigentlich aus den Linken geworden, die damit geprahlt haben, die „sozialistischen“ Volksrepubliken im Osten des Landes finanziell und PR-technisch unterstützt zu haben, für die die Rote Hilfe mal großzügig Spenden gesammelt hat? In periodischen Abständen reisen die Leute zu irgendwelchen Rosa-Luxemburg-Konferenzen an und kacken euch ins Hirn. Was ist aus durchaus angesehenen russischen Anarchisten geworden, die für den Krieg, den ihr Staat gegen die Ukraine führt, nur ein uraltes Eiapopeia übrig haben, sie würden keine Staaten kennen? Richtig, sie werden von Graswurzelrevolution hofiert und ausgerechnet zur Ukraine interviewt. Weil es drüben bekanntlich niemand gibt, der oder die zu obigen Fragen was sagen könnte. Aber keine Sorge, wir lassen noch die Leute für sich sprechen, wenn das Interesse doch so groß ist.

Bevor es aber soweit ist, haben wir für euch, ihr kleinen geilen Ignoranten und Ignorantinnen was Passendes ausgesucht: einen guten Blog, der hauptsächlich von Russland handelt, aber ab und zu kluge Sachen über die Ukraine schreibt. Also kann man unschuldig was über Russland lesen und insgeheim den Blog nach Infos über ukrainische Nazis, NATO, gestürzte Lenin-Denkmäler, die verbotene KPU ect. pp. mit zitternden verschwitzten Händchen abscrollen. Wie z.B. das hier:

The far right may be run by immoral criminals commanding ignorant football hooligans, but when their country was invaded and Ukrainians started dying, they stepped up and did something- they had just enough functioning braincells to figure that out. Where was the “left?” On many occasions they were on the wrong side of the barricades, either backing the invader or playing down the threat- which in fact only amounts to allying with a far right, reactionary regime which has far more resources and power. I’ve had conversations with some of these figures who keep demanding peace, acting like both sides are equally guilty in this war, and refusing to acknowledge when I point out that it is Moscow, not Kyiv, who holds the key to peace. And I must confess sometimes I want to smack them, either because they do in fact have a pro-Kremin agenda or because they are so dense as to not notice they sound that way.

Gut, oder? Oder das:

The simple fact is that “no war but the class war,” is simply not applicable in Ukraine today. As I stated in the previous post, while Ukraine cannot hope to achieve victory over Russian imperialism before solving its own problem with capitalism, it also cannot solve its capitalist problem without first resisting Russian imperialism. (…)

So to reiterate- there can be no successful leftist movement in Ukraine that doesn’t first and foremost call out Russian imperialism as the main danger to Ukraine’s working class. Calls for “peace” aimed at Kyiv, which has no power to deliver it, and “no war but the class war” simply do not work in a scenario where a reactionary colonialist, imperialist power is physically invading the country and interfering in its politics on a large scale. In the Jacobin article, the authors suggested that Ukraine’s “patriots” and far right mercilessly attack anyone who suggests there are any conflicts in Ukraine besides the external one with Russia, but this is simply a lie.

Oder das hier:

Ukrainians like to make a big deal of overthrowing a dictatorship via Maidan, but they never had to go up against a system like Putin’s- a unified dictatorship with a single purpose. Ukraine has been ruled by competing clans, which makes struggle a lot easier because your interests can align with those of other powerful groups. One should also note that Viktor Yanukovych had a place to run to. Putin does not, and I’m quite confident that if he were facing a Maidan-style revolution he’d unleash far more than snipers on his own people. Hell, Putin’s predecessor Yeltsin did exactly that.

Der Autor ist ein US-amerikanischer Linker, der die letzten 11 oder 12 Jahre in Russland und eine Weile in der Ukraine gelebt hat. Er meint zwar, die ukrainische Linke in Sachen „marxistische Analyse“ belehren zu müssen, nimmt manchmal die antizionistische Postille „Jacobin“ auseinander und scheint banale Dinge recht verständlich darzustellen, die manchen deutsch-linken Journalisten, die von jungle world bis zu GWR überall hinpassen, nicht in den Kopf gehen. Der sei euch wärmstens empfohlen, ihr kleinen geilen Ignorantinnen und Ignoranten.

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Eine Angelegenheit, zwei Aspekte

Paul Manafort, Trump-Berater und Wahlkampfleiter mit Kontakten zu Putin,
ist offenbar in Polizeigewahrsam. Gegen ihn wird in der Angelegenheit russischer Einflussnahme auf die US-Wahlen ermittelt, und

he received more than $12 million in undisclosed payments from Viktor F. Yanukovych, the former Ukrainian president and a pro-Russia politician. Mr. Manafort spent years as a political consultant for Mr. Yanukovych.

Derselbe Manafort von Black Manafort Stone. Stone übrigens wie Roger Stone, über den es neuerdings eine Doku gibt, die wahrscheinlich sehr schmeichelhaft ist, weil er ihren Namen für seinen Twitter-Fake-Account genommen hat. Den er jetzt nutzt, weil er geschafft hat, von Twitter zu fliegen.

Der zwielichtige Manafort aber ist natürlich von Barzani angeheuert worden, um in Washington für das Unabhängigkeitsreferendum zu werben. Dummheit oder Pech? Muss man sich wundern, dass die irakisch-kurdische Autonomiebehörde in 5 Tagen 40% ihres Gebiets verliert bis zu ihrer völligen Abschneidung vom äusseren Handel? Und zwar ohne dass die USA, so great again sie jetzt ist, einen Finger gerührt hätte.

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Infowars.com

Vor zehn Jahren hatten wir hier zuerst mit Leuten zu tun, deren Catchword „Infokrieg“ war. Das waren, wenn man so sagen kann, unabhängige Antisemiten. 9/11-Truthers und alles. Am Anfang des Grossen Thieres hatte wir unter genau diesen Leuten

ein drittes Lager von Antisemiten … neben den Nationalsozialisten und den antiimperialistischen Linken

ausgemacht. Was man damals nicht wusste, weiss man heute. Zum Überfluss. Dieser Partei ist es gelungen, einen Kandidaten zum US-Präsidenten wählen zu lassen.

Ist es jetzt zu früh, die Worte von Joseph Roth zu zitieren? „Es ist gelungen, die Barbarei
regieren zu lassen. Machen Sie sich keine Illusionen. Die Hölle regiert.“ Zu früh? Kann ja sein. Als Roth es sagte, war es zu spät.

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„…the craziest son of a bitch in the race“

Überraschende Einsicht von einem, der es wissen muss und komischerweise auch weiss:

„All this time,“ Massie explained, „I thought they were voting for libertarian Republicans. But after some soul searching I realized when they voted for Rand and Ron and me in these primaries, they weren’t voting for libertarian ideas — they were voting for the craziest son of a bitch in the race. And Donald Trump won best in class, as we had up until he came along.“

Anzuwenden auf die meisten dieser Wahlen?

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Halle: Offener Brief Oury Jalloh

Offener Brief mehrer Gruppen aus Halle wegen der skandalösen Einstellung der Ermittlungen im Fall Oury Jalloh:

wir … fordern … die Wiedereröffnung des Ermittlungsverfahrens im Todesfall Oury Jalloh. Am 7. Januar 2005 ist Oury Jalloh in der Zelle Nr. 5 der Dessauer Polizeistation verbrannt. Zwölf Jahre später wurden die Ermittlungen in diesem Fall an die Staatsanwaltschaft Halle übertragen. Zwölf Jahre, in denen die Ermittlungen in Dessau verschleppt wurden, Polizisten absichtlich Gerichtsprozesse torpedierten und die Proteste laufend kriminalisiert wurden. Selbst der damalige Vorsitzende Richter Manfred Steinhoff sagte 2008 über den Prozess gegen die beschuldigten Polizeibeamten: „Dieses Verfahren ist gescheitert. Das, was hier geboten wurde, war kein Rechtsstaat mehr …

Der offene Brief kann auf der verlinkten Seite unterzeichnet werden!

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