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Weltwetterkommentar zu Justus Wertmüller: „Wer soll Syrien regieren? Niemand! – Gegen die deutsche Begeisterung für den Endsieg des ’syrischen Volkes'“ (Bahamas 74/2016)

Die ehemaligen Antideutschen können einem wahrlich leidtun. Indem sie aufhörten, Kommunisten zu sein, findet sich in ihren Reihen einfach die Konfusion der übrigen Parteien wieder und man kann sich, egal bei welcher Frage, eine beliebige Antwort aussuchen und man wird jemanden aus dem Spektrum der postantideutschen Linken finden, der diese Antwort bevorzugt. Man denke nur an die amerikanische Wahl oder die Fragen rund um die ganzen Flüchtlinge oder auch nur an die AfD oder den weit entfernten syrischen Bürgerkrieg. Justus Wertmüller hat in der aktuellen Bahamas einen Essai über letzteren geschrieben und er soll Anlass zu einigen Kommentaren sein, die mir notwendig erscheinen. Ich bedanke mich bei der AG No Tears For Krauts, dass sie mir dafür ihren Thier-Fakeblog zur Verfügung stellen. Sie schrieben, er sei gut geeignet, „interne Schlammschlachten zu führen, die ansonsten keinen interessieren“.

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Weltwetter Britannien

I.

Eine weitere spektakuläre Krise sucht unseren alten Kontinent heim, eine Volksabstimmung in Großbritannien hat sich nicht an den Fahrplan gehalten und eine knappe Mehrheit für den Austritt dieses Mutterlandes der EU gestimmt. Und das gegen jede Vernunft!: „Das Volk gegen die Wirtschaftsexperten. Das ökonomische Risiko taugte nicht zur Abschreckung.“ Dumm gelaufen, jetzt droht die Apokalypse: „Chaos an den Börsen“ Weiterlesen

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Weltwetter in Syrien. Oder: Was macht eigentlich der Thomas von der Osten-Sacken?

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Inzwischen ist es ja schon einige Jahre her, dass Teile der sogenannten Antideutschen Linken mit viel Krach und Tamtam begannen, bürgerliche Politik zu propagieren. Wo utopischer Kommunismus war, da sollte Demokratie, Liberalismus oder Konservatismus sein. Die Freunde der offenen Gesellschaft waren damals ein besonders schriller Ausdruck dieses mit den Attentaten vom 11.9.2001 einsetzenden Schwenks, Stop the Bomb später ein besonders seriöser. Vorangetrieben wurde diese Entwicklung allerdings von der Zeitschrift Bahamas. Einer der Leute, die von dieser Zeitschrift plötzlich als Experten über den Irakkrieg präsentiert wurden, war der zuvor schon in der Jungle World aufgefallene Thomas von der Osten-Sacken, der damals ein wenig über die blühenden Landschaften eines demokratischen Iraks labern durfte. Das war alles relativ lächerlich und die Bahamas hat einige Jahre später sogar wieder ihre Position geändert und will nichts mehr mit diesen Neuliberalen, Neudemokraten und Neukonservativen zu tun haben. Von der Osten-Sacken aber macht immer noch Politik. Und Politik, das ist Propaganda. Er betreibt u.a. einen Blog für die stets lahme Jungle World. Und da agitiert er gerade unter anderem gegen den russischen Militärangriff auf Syrien. Weiterlesen

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Weltwetter: kleineres Unwetter über Portugal

Die Südwestprovinz Portugal hat bei der jüngsten Wahl ein Patt gewählt: Einerseits gewann die Partei der imperialen Sparmaßnahmen die relative Mehrheit. Andererseits gewann die linke Nörgelei gegen die Sparmaßnahmen die absolute Mehrheit, aber verteilt auf eine Fronde aus proeuropäischen Sozis, antieuropäschen Sozis und Sozis, die sich Kommunisten nennen. Der Präsident dieser Provinz gehört der imperialen Minderheit an, die allerdings relativ gesehen die meisten Stimmen besitzt. Eben ein Patt. Er hat der linken Fronde die Regierung untersagt und uns so ein weiteres Griechenspektakel erspart. Es war und ist notwendig: Die imperiale Sicht sieht vor, dass die EU im Weltmaßstab besteht und Europa kann daher nicht auf die albernen Wahlen seiner Provinzen Rücksicht nehmen. Es gibt eine Informationssperre über dieses Thema und nur in England kann man noch spotten, als diese Macht die Herrschaft des Festlandes nicht akzeptiert.

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Weltwetter: Syrien bekommt nun Frieden.

Die USA haben bekanntlich Frieden mit dem Iran geschlossen und dabei geopolitisch die Seiten gewechselt. Der ganze arabische Raum ordnet sich nun neu. Der Weltungeist fordert offenbar mehr Ruhe im Nahen Osten und so einigen sich diese einander feindlichen Mächte ein wenig. Insbesondere bekommt dadurch auch Irans Verbündeter Syrien Frieden. Die UNO hat ihn bereits perspektivisch anerkannt, die Russen untermalen ihn nun mit ihrem Militär und auch die USA geben grünes Licht. Die Israelis stimmen sich mit den Russen ab, um Militärunfälle zu vermeiden. Die Deutschen haben ihre symbolischen Patriots aus der Türkei abgezogen, die Flugverbotszone wird es nicht geben. Isis und Al Quaida werden besiegt. Die FSA bleibt was sie war: Ein Witz für die Seelenruhe von Menschenrechtsimperialisten. Jedenfalls bleibt Assad! Es wird viel Volk in Damaskus aufmarschieren und Assad in einer weiteren Wahl bestätigt werden. Rojava bekommt irgendeine Autonomie. Die Türkei ärgert sich und führt einen unsinnigen Krieg gegen die PKK. Und sie verliert ihn auch noch. Die Saudis ärgern sich und maschieren mit ihren Verbündeten im Jemen ein. Und sie verlieren auch. Israel macht gute Miene zum bösen Spiel. Nirgends wirklich mit dabei, nirgends verbrannt. Frankreich und England wundern sich über ihren außenpolitischen Fehlschlag in Syrien, aber der ist ja nicht so öffentlich. Deutschland ist fein raus, hat sich immer enthalten und kann jetzt authentisch für einen Frieden mit Assad werben und dabei auch die Saudis einbeziehen. Die ehrliche Maklerin und Ausgleichsapolitikerin Merkel. Es lebe der Kompromiss.

Die ganze Operation wird allerdings noch eine Weile dauern, aber das ist der Weltenplan für diese Region.

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Weltwetter: Griechenland, Griechenland: Siechenland

Ein spektakulärer Streit beflügelte dies Frühjahr periodisch die Phantasien in Europa. Griechenland gegen Deutschland. Viel Scherben seien auf dem diplomatischen Parkett erzeugt worden und die BILD feuert immermal wieder einige Breitseiten gegen dieses unproduktive Land und seine Leute, die irgendwie ihren wirtschaftlichen Absturz noch nicht ganz akzeptiert haben. Es wäre wie wenn zwei Autos aufeinander zurasen und man mal guckt, wer zuerst herausspringt, dramatisiert auch die seriöse Zeitung. Spieltheorie mal anders. Die Preisfrage lautet nun: Bekommen die Griechen ihre kleinliche Währung zurück? Dann, so sagt man in wirtschaftsgebildeten Kreisen, könnten sie diese Währung abwerten. (In der Ukraine experimentiert man gerade mit solchen Abwertungen und hat nun eine Hyperinflation. Die ganze Sache mit dem Abwerten ist nur ein höflicher Ausdruck dafür, dass diese Währung dann Ramsch wäre.) Die Deutschen könnten dann Ouzo und Olivenöl billig importieren und prima Urlaub auf den Inseln der Pleitegriechen machen. Soweit die Einbildungskraft. Weiterlesen